Rechtliche Situation bei Product-Placement

Posted on Mai 12 2010 by Andreas Rommel

Um es mal vorweg zu nehmen:

!!!Product-Placement ist grundsätzlich unzulässig!!!

Dieses Verbot wird gemäß der EU-Richtlinie für AVMD (audiovisuelle Mediendienste) (2007/65 EG) und dem 13. Rundfunk-Änderungs-Staat-Vertrag geregelt.

Es gibt jedoch eine ”Öffnungsklausel” für private Rundfunkveranstalter, die von diesem Verbot ausgenommen sind.
Für diese ist eine Regelung für Product-Placement getroffen worden. Grund hierfür ist:

“…für audiovisuelle Mediendienste ist es notwendig geworden, den geltenden Rechtsrahmen anzupassen, um den Auswirkungen des Strukturwandels, der Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und den technologischen Entwicklungen auf die Geschäftsmodelle und insbesondere auf die Finanzierung des kommerziellen Rundfunks Rechnung zu tragen und optimale Wettbewerbsbedingungen und Rechtssicherheit für die europäischen Unternehmen und Dienste im Bereich der Informationstechnologien und der Medien sowie die Achtung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt sicherzustellen.”

Für diese “kommerziellen” Rundfunkveranstalter ist Product-Placement in Kinofilmen, Fernsehfilmen und -serien, Sportsendungen und Sendungen der “leichten” Unterhaltung sowie in audiovisuellen Mediendiensten (wie auch Live Streaming, Webcasting, Video-on-demand usw.) und im Rahmen unentgeltlicher Produktbeistellungen (z.B. Requisiten und Preise).

Weiterhin ausdrücklich verboten ist die Beeinflussung der redaktionellen Verantwortung und Unabhängigkeit, direkte Kauf-Apelle und übermäßiges Hervorheben.
Dies gilt auch für Kinder-, Nachrichten-, Verbraucher- und Ratgebersendungen sowie Regionalfensterprogrammen sowie für Tabakerzeugnisse und verschreibungspflichtige Medikamente (nicht OTC).

Gültigkeit und Kennzeichnungspflicht:

- ab 19.12.2009 ist Product-Placement laut EU-Richtlinie AVMD legal
- ab 01.04.2010 gilt auch die 13. Änderung des Rundfunkstaatsvertrags mit den Neuregelungen rund um diese Sonderwerbeform sowie deren Kennzeichnungspflicht.

Product Placement ist nur dann erlaubt, wenn ein eindeutiger Hinweis auf Produktplatzierung zu Beginn und am Ende einer Sendung sowie nach jeder Werbeunterbrechung ausgestrahlt wird. Hiermit wird eine eindeutige Abgrenzung zur Schleichwerbung gewährleistet.
Die Art und Weise der Gestaltung sowie Darstellung dieses Hinweises wird aktuell noch diskutiert könnte jedoch so aussehen:

Zuletzt soll noch gesagt sein, das die Produktplazierungen nicht auf die erlaubte Werbezeit pro Stunde angerechnet werden, weil sich die Anzahl der Placements und die Dauer der Einblendungen nur schwer messen ließe. Daher wird es wohl keine Mengenbeschränkung geben.

[Hier geht es zur Übersichtsseite mit allen Artikeln der Product-Placement Serie]

 Wie immer freue ich mich über eure Anregungen und Kritik.

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